Am 14. Juni entscheiden die Stimmberechtigen über einen Ausführungskredit von 2’320’000 Franken für die Totalsanierung des historischen „Sigristenhauses“ am Kirchplatz 3.

Das denkmalgeschützte Gebäude soll energetisch saniert und zu einem modernen Arbeitsort für die Kirche umgenutzt werden.
Ein Baudenkmal mit Sanierungsbedarf
Das 1865 von Wilhelm Bareiss erbaute «Sigristenhaus» prägt mit seiner markanten Fassade das Ensemble rund um die Winterthurer Stadtkirche. Doch der Glanz trügt: Die bauliche Substanz befindet sich in einem kritischen Zustand. Veraltete Installationen, energetisch ungenügende Fenster, statische Mängel und Altlasten (Asbest) machen eine umfassende Sanierung unumgänglich. Die meisten Bauteile sind gemäss der Zustandsanalyse «Stratus» im schadhaften „roten Bereich“.
Neue Nutzung im Herzen der Stadt
Um das Gebäude langfristig sinnvoll zu nutzen und den Unterhalt wirtschaftlich zu sichern, ist eine Umnutzung geplant. Während das Sigristenteam der Kirchgemeinde Winterthur-Stadt weiterhin im Erdgeschoss verankert bleibt, sollen in den oberen Etagen zeitgemässe Büroräume für die Geschäftsstelle des Stadtverbands entstehen. Letztere ist zurzeit Mieterin an der unteren Kirchgasse 2.
Durch die Zusammenlegung von Arbeitsplätzen werden gezielt Synergien mit dem benachbarten «Alten Pfarrhaus» genutzt. So können beispielsweise Sitzungszimmer und Infrastruktur gemeinsam verwendet werden, was im «Sigristenhaus» Platz für zusätzliche Arbeitsflächen schafft.
Ökologische und wirtschaftliche Erneuerung
Ein zentraler Pfeiler des Projekts ist die Nachhaltigkeit:
- Energetische Sanierung: Durch die Dämmung des Dachs, den Ersatz der Fenster und den Anschluss an die Fernwärme wird das Gebäude künftig klimafreundlich beheizt.
- Wirtschaftlichkeit: Aktuell ist die Liegenschaft aufgrund niedriger Mieteinnahmen und hoher Unterhaltskosten defizitär. Die Sanierung sichert den Werterhalt und reduziert die künftigen Betriebs- und Energiekosten.
Kosten und Empfehlung
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Franken. Nach Abzug des bereits bewilligten Planungskredits wird ein Ausführungskredit von 2’320’000 Franken beantragt.
Der Verbandsvorstand, die Rechnungsprüfungskommission und die Stadtsynode empfehlen die Vorlage einstimmig zur Annahme. Ein Aufschieben der Sanierung wäre angesichts der Substanzschäden weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.